Für Alle, die das geschriebene Wort lieben
 
StartseiteFAQAnmeldenLogin

Austausch | 
 

  Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Isabeau



Anzahl der Beiträge: 1665
Anmeldedatum: 01.10.10

BeitragThema: Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!   Fr 19 Nov 2010, 22:57

So, ich freu mich.
Mal schauen, was ihr euch so einfallen lasst!

_________________
„Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.“

Mark Twain
Nach oben Nach unten
CAT



Anzahl der Beiträge: 40
Anmeldedatum: 09.10.10
Ort: Izmir Türkei

BeitragThema: Re: Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!   Mo 22 Nov 2010, 16:42

Weihnachten mit Tobias

Hallo, mein Name ist Bartholomaeus und ich bin ein knuddeliger brauner Teddybaer.
Woher ich das weiss? Nun, den Namen habe ich mir selbst gegeben, weil ich ihn so schön fand. Und dass ich ein knuddeliger brauner Baer bin hab ich in der Glasscheibe gesehen, die dem Regal gegenüber ist, auf dem ich neben einer lila Plüschkuh und einer Puppe mit blonden Zöpfen sass.
Das war gestern, bevor mich eine dicke Frau mit einem Federhut auf dem Kopf kaufte. Sie steckte mich in eine grosse Plastiktüte und dann sah ich gar nichts mehr. Nachdem ich eine Weile hin und her geschaukelt wurde, stellte man mich unsanft ab. Dann holte die dicke Frau mich aus dem Beutel und patschte mir mit ihrer Pranke auf den Kopf. Erst versuchte sie mich in Geschenkpapier zu wickeln und als das nicht ging, setzte sie mich einfach unter den schönen grossen Weihnachtsbaum.
Nun warte ich hier auf die Bescherung wie sie es nennen. Zu gerne würde ich mal eine von den grossen bunten Kugeln, die da am Baum haengen, anfassen...aber ich trau mich nicht. Vielleicht gehen die dann kaputt, meine Pranken sind nicht sehr geschickt. Neben mir liegen viele bunte Paeckchen. gerade überlege ich, ob ich eines auspacken soll, da kommt die dicke Frau mit einem grossen Mann herein und zündet die Wachskerzen am Baum an. Weiss sie denn nicht, wie gefaehrlich das ist?
Wie leicht kann der Christbaum Feuer fangen oder gar mein schöner Pelz in Flammen aufgehen.
Da laeutet der Mann ein Glöckchen und schon stürmen vier Kinder in das Wohnzimmer. Ich sehe mir die Kinder ganz genau an: ein grosses Maedchen mit blonden Zöpfen...sie erinnert mich an die Puppe im Geschaeft. Ein kleineres Maedchen mit zotteligem braunen Haar. Ein ernster Junge mit Brille und sorgfaeltig gezogenem Scheitel. Und ganz zum Schluss ein ganz kleiner Junge mit flinken braunen Augen.
,,Eva, hast du dich wieder nicht gekaemmt?'', rügt die dicke Frau, die die Mutter der Kinder sein muss. Wer mich wohl bekommt, frage ich mich und hoffe im stillen, dass es der kleine Junge mit den flinken braunen Augen ist.
Aber erst müssen die Kinder noch Weihnachtslieder singen und Gedichte aufsagen. Ich bin mindestens so ungeduldig wie sie.
Dann endlich...der kleine Junge kommt auf mich zu und schliesst mich in seine Arme. ,,Hallo, ich bin Tobias und wie heisst du?'' Ich will ihm sagen, dass ich Bartholomaeus heisse, aber er scheint mich nicht zu verstehn. ,,Ich weiss, du heisst Brauni.'', sagt er zufrieden und drückt mich an sich.
Ich finde, dass Brauni gar nicht so schlecht klingt und immerhin faengt der Name auch mit einem B an.
Danach gibt es Essen. Tobias haelt mich fest auf seinem Schoss und versucht mich mit der Gabel zu füttern. Baeren essen keine gebratenen Gaense, auch Teddybaeren essen keine. Ich kneife meine kleine Schnauze ganz fest zu und das Stück Fleisch faellt auf den Teppich.
Jetzt bekommt Tobias echten Aerger mit seiner Mutter und darf mich nicht mehr weiter füttern. Schade, der Pudding sieht eigentlich ganz gut aus.
Bald darauf müssen die beiden jüngeren Kinder ins Bett. Tobias nimmt mich mit ins Bad und ich darf ihm beim Zaehneputzen zuschauen. Danach kuscheln wir uns beide im Kinderzimmer unter seine flauschige Bettdecke und Tobias sagt:, Gute Nacht Brauni, du bist mein schönstes Weihnachtsgeschenk.''
Da bin auch ich glücklich und weiss, dass ich mich bestimmt nicht nach dem Spielzeuggeschaeft mit dem harten Holzregal zurücksehnen werde.
Nach oben Nach unten
Acey



Anzahl der Beiträge: 219
Anmeldedatum: 03.10.10
Ort: Wien

BeitragThema: Re: Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!   Mi 01 Dez 2010, 15:01

Der Engel und der Glaszapfen


Es rumpelte in der großen, bunten Schachtel, als der große Mann sie aus dem hintersten Eck des Kellers hervor nahm. In irgendeinem Winkel konnte man es sogar rascheln und wispern hören. Der Mann hörte natürlich nichts dergleichen, denn diese Laute waren nur für ganz spezielle Ohren geeignet.
Der kleine rosa Engel freute sich darüber. Denn es bedeutete, dass es endlich wieder so weit war! Der Baum musste geschmückt werden und sie durfte hoffentlich wieder mit dabei sein.
Freudig streckte sie ihre perlmuttschimmernden Flügel, und hoffte nur, das ihr rosa Kleidchen auch nicht allzu zerknittert war, denn sie war schon ein kleines bisschen eitel.
Noch fühlte sie sich ein wenig steif, aber das würde schon noch besser werden, wenn sie aus dieser Weihnachtsschachtel rauskam. Rechts neben sich hörte sie ein Stöhnen und sie wusste sofort, dass es von dem schönen, alten Glastannenzapfen kam, der extra in dickes Papier verpackt, neben ihr lag.
„Oh, lieber Zapfen, wir dürfen wieder raus aus der Schachtel und den Baum schmücken. Ich freue mich schon so darauf! Hoffentlich haben sie heuer wieder einen großen besorgt, denn dann können mehr von uns heraus.“ Noch einmal stöhnte der Zapfen auf „Lieber Engel, ich freue mich wie jedes Jahr, nur mache ich mir heuer Sorgen darüber, ob ich es heil aus dieser Schachtel schaffen werde, so wie ich durchgeschüttelt werde. Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, weißt du?“
Das verstand der kleine Engel „Ja, ich hatte fast vergessen, wie lange du schon in dieser Familie bist.“ Der Zapfen seufzte leise „Ja, heuer werden es bereits 92 Jahre.“
Ehrfurchtsvoll schwieg das Engerl. Immerhin war das ganz schön alt. Der Zapfen schien in alten Erinnerungen an die damalige Zeit zu schweifen, und sie spürte, dass er etwas für sich sein wollte.
Das Engelchen bemerkte, wie sie auf einen Tisch gestellt wurden, und wartete geduldig, bis die Schachtel geöffnet wurde. Alle Jahre wieder freute sie sich auf diesen besonderen Augenblick. Was sich wohl alles verändert hatte?
Als es dann soweit war, blickte sie erwartungsvoll in den hell erleuchteten Raum.
Sofort bemerkte sie den warmen Geruch nach Zimt und Orangen, und den herrlichen Duft der Tanne. Es war genauso wie immer!
Eine große Hand griff in die Schachtel und begann, Teile des Christbaumschmuckes herauszunehmen. Freudig wartete das Engelchen darauf, dass es auch rausgenommen wurde, denn dann konnte sie endlich in den Raum blicken.
Dann war es soweit, und sie schaute sich vorsichtig um. Der große Mann, den sie auch in den letzten Jahren gesehen hatte, stand vor einem wunderschönen großen Baum, und hatte soeben begonnen, rote und goldene Kugeln aufzuhängen.
Natürlich konnte sie nicht so atmen, wie die Menschen, aber auf ihre eigene engelhafte Weise hielt sie vorsichtig die Luft an, als der Mann den alten Glaszapfen aus dem Papier wickelte.
Sanft fuhr er mit seinen Fingern den mundgeblasenen Formen des alten Zapfens entlang und lächelte „Ja, mein Lieber. Du siehst noch immer fein aus. Ich glaube allerdings, dass ich dich heuer das letzte Mal auf einen der Tannenzweige hängen werde, denn auch du sollst deine verdiente Ruhe bekommen. Meine Frau würde es mir auch nie verzeihen, wenn du zu Schaden kommen würdest.“ Das Engelchen hörte zu, und war tief berührt von den Worten des Mannes. Ob dieser wohl wusste, dass der alte Zapfen gerne Christbaumschmuck war? Der Zapfen seufzte wieder „Ja, mein kleiner Engel, so ist es. Irgendwann ist man nicht mehr zu gebrauchen.“ Es klang traurig und wenn das rosa Engelchen weinen hätte können, dann wäre ihm jetzt eine Träne über die Wange gelaufen.
Der große Mann betrachtete den alten Zapfen noch einmal genauer, ehe er ihn vorsichtig auf einen kräftigen Ast platzierte „So, hier bist du jedenfalls sicher, und nächstes Jahr, nun, vielleicht nehmen wir dich dann als Schmuck für den Adventkranz, denn da bist du womöglich besser aufgehoben. Meine Frau wird sicher auch dafür sein. Immerhin bist du ja schon so viele Jahre in der Familie.“ Dann griff er zum nächsten Schmuck und fuhr mit dem Behängen fort. Das Engelchen freute sich. Dann würde der alte Zapfen doch wieder dabei sein dürfen „Oh, du bist so beliebt. Hoffentlich bin ich das auch irgendwann.“ Es blickte sich im Raum um „Wo ist denn bloß der Junge?“ Der Zapfen, der jetzt sehr entspannt wirkte, so ferne man das bei einem Baumschmuck erkennen konnte, erstrahlte, als das warme Licht der großen Kerze sich in seiner gläsernen Oberfläche spiegelte. Es konnte natürlich auch sein, dass er sich freute, doch noch gebraucht zu werden, dass konnte das rosa Engelchen nicht so genau sagen „Ach, Engelchen, er kommt sicher. Ich habe ihn ja gehört. Sei nicht so ungeduldig.“ Der Zapfen wusste, wie gerne der Engel den Jungen hatte „Du kennst ihn schon seit er ein Baby war. Ich weiß. Er wird sicher gleich hier sein, denn er schmückt ja so gerne mit. Und mach dir keine Gedanken, du bist schon sehr beliebt, wie du weißt. Die Frau achtet immer darauf das du auf den Baum kommst.“
In dem Moment ging auch schon die Tür auf, und ein großer, schlaksiger Junge mit verwuschelten dunkelblonden Haaren, in denen noch die Kristalle der Schneeflocken schimmerten, trat in den Raum „So. Bin schon von der Arbeit zurück. Im Botanischen Garten gab es heute außer Schneeschaufeln nicht wirklich viel zu tun. Oh, du hast aber schon viel Schmuck hergerichtet!“ Der Mann nickte lächelnd und das Engelchen freute sich, dass diese Beiden so gut mit einander auskamen. Oh, er war schon so groß geworden. Unglaublich wie die Zeit verrann. Der Junge lächelte zurück und griff sofort nach den vorbereiteten Schmuck. Ein Stück nach dem anderen hing er auf die Äste. Die neuen, modischen Kugeln kicherten leise vor sich hin. Natürlich war auch das nicht für die Menschen hörbar, denn dann würden sie sich womöglich vor dem Christbaumschmuck fürchten. Diese Kugeln hatten keine Angst davor, kaputt zu gehen, denn sie konnten immer auf den Boden fallen, ohne in Stücke zu zerspringen. Der Keramikschmuck, der aus verschiedenen Figuren bestand, war schon ziemlich lange da. Doch sie waren immer sehr verschwiegen, und sahen einfach nur nett aus. Auch sie waren nicht so lange in dieser Familie wie das rosa Engelchen und der alte Glaszapfen. Gedankenverloren dachte sie an den Tag, an dem sie in diese Familie gekommen war.
Sie hatte mit vielen anderen rosa und blauen Engeln, die allesamt gleich aussahen, einen großen Baum in einem Altersheim geschmückt.
Es war ja nicht so, dass es ihr dort nicht gefallen hätte, aber dort, nun, dort war sie nur eine von vielen gewesen, auch wenn die alten Menschen sich so gefreut hatten. Bis dann dieser Junge mit dem blonden Mädchen gekommen war. Das Mädchen war an den Baum herangetreten und hatte das rosa Engelchen staunend berührt. Der Junge, der jeden Tag kam, weil seine Tante hier arbeitete und er zu Mittag immer zum Essen ins Altersheim kommen musste, hatte gelacht, und gefragt, ob ihr denn das Engelchen gefiel. Als diese bejahrte, hatte er, ohne nur die Spur eines schlechten Gewissens, das Engelchen vom Baum gepflückt und es dem Mädchen in die Hand gelegt „Dann soll es jetzt dir gehören!“ Lächelnd und glücklich hatte das Mädchen sich bedankt, und seit damals, nun das war vor 22 Jahren gewesen, durfte das kleine rosa Engelchen auf den Baum in der Familie des Mädchens hängen. Ab dem Augenblick war sie nicht mehr nur eine von vielen, sondern das einzige, kleine rosa Engelchen mit den perlmuttschimmerten Flügeln und dem kleinen Rüschenkleid. Es hatte sich damals so darüber gefreut, und seit dem jedes Jahr. Fünf Jahre danach wurde der Junge Patrick geboren, und das Mädchen war zu einer erwachsenen Frau geworden. Aber es war kein einziges Jahr vergangen, indem es nicht auf den Baum gekommen war. Gerade wollte der Junge nach dem Engelchen greifen, als die Tür abermals aufging und sie hereinkam. Das Engelchen erstrahlte vor Freude. Denn auf sie hatte sie gewartet! Sie hatte schon ein paar Fältchen um die Augen, und wirkte auch so reifer und älter, doch ihre Wangen waren von der kalten Winterluft gerötet und die blauen Augen blitzten noch genauso wie damals vor 22 Jahren. Dem Engelchen ging das Herz auf.
Der Junge wandte sich lächelnd zu seiner Mutter um „Da hast du aber Glück gehabt, fast hätte ich deinen Engel aufgehängt.“ Die Frau schmunzelte „Oh, ich hätte dir bestimmt verziehen, aber jetzt wo ich da bin, werde ich das selbst erledigen.“
Ganz vorsichtig nahm sie das Engelchen zwischen ihre Finger und hängte es auf einen kleinen Zweig, ganz in der Nähe des Zapfens „So mein Pensionistenengerl, da kommst du ganz hervorragend zur Geltung.“
Das Engelchen straffte ihre Flügel und strahlte vor Freude. Ja, hier gehörte sie hin! Das war ihre Familie.
Der alte Tannenzapfen hing ruhig und zufrieden auf seinem Zweig. Es freute ihn von Herzen, wie glücklich und zufrieden alle hier waren.
Hoffentlich konnte er noch lange, lange die Weihnachtsfreude mit dem Engelchen und dieser Familie teilen, denn nichts anderes wollte er.
Nach oben Nach unten
Anyanka



Anzahl der Beiträge: 773
Anmeldedatum: 01.10.10
Ort: Saarland

BeitragThema: Re: Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!   Do 02 Dez 2010, 02:19

Der Weihnachtsbaum

Ich sehe die Schneeflocken vom Himmel herabtänzeln. Fast spüre ich, wie sich ein zarter, weißer Schleier auf mein immergrünes Kleid legt. Doch die Flocken erreichen mich nicht, denn ich sehe sie nur durch ein Fenster. Ach, wie vermisse ich meinen Wald! Nun stehe ich hier, im Wohnzimmer einer Familie, in Erwartung meines baldigen Endes. Woher ich das weiß? Meine Freundin die Amsel, sie erzählte es mir, als ich noch mit meinen Wurzeln in kühler, feuchter Erde und zwischen all meinen Schwestern und Brüdern stand. Mit ihrer lieblichen, glockenhellen Stimme, hatte sie mir die Geschichte von Weihnachten und den sterbenden Weihnachtsbäumen erzählt. Ich bin ein Weihnachtsbaum. Zumindest bin ich jetzt einer. Vor wenigen Tagen war ich noch eine schlichte Nordmanntanne, doch heute stehe ich in diesem viel zu warmen Raum, Lichter ranken sich um meinen benadelten Körper und kleine Figürchen hängen von meinen Ästen. Ich muss ziemlich lächerlich aussehen, aber der Familie, die mir das angetan hat, scheint es zu gefallen.

Die beiden kleinen Menschen, die Lena und Lars heißen, schauen mich dauernd mit großen Augen an und auch die großen Menschen, die meist Mama und Papa heißen, werfen öfter mal verklärte Blicke zu mir herüber. Als es draußen dunkel wird, kommen die beiden und legen am Fuße meines Stammes bunte Kisten aus. Weihnachtsgeschenke nannte das die Amsel. Ich habe im Garten ein Vogelhäuschen gesehen. Hoffentlich kommt sie nicht hierher. Sie soll mich nicht so sehen müssen. Sie soll mich lieber als den stattlichen Baum in Erinnerung behalten, zwischen dessen Ästen sie Schutz vor der Kälte fand.

Plötzlich erklingen komische Laute. Sie erinnern mich an Vogelgezwitscher, sind anders, aber dennoch schön. Das Licht um mich herum wird weniger, so wenig, dass nur noch einige Kerzen und ich den Raum erhellen. Mir ist ganz komisch zumute, als die Menschen hereinkommen, sich um mich herum versammeln und zusammen mit dem merkwürdigen Gezwitscher ihre Stimmen erheben. Sie treffen im Gegensatz zu den Lauten und den Vögeln die Töne nicht ganz, aber ich glaube, das ist ihnen auch nicht wichtig. Die kleine Familie hält sich an den Händen, singt und in ihren Gesichtern kann ich Freude und Glück erkennen. Als sie wieder still sind, stürzen sich Lena und Lars auf die bunten Geschenke. Entzückte Rufe, schwirren durch den kleinen, warmen Raum. Die Eltern freuen sich über das Glück ihrer Kinder. Eigentlich wollte ich den Menschen bis zu meinem Ende böse sein, doch nun kann ich es nicht mehr. Es würde mich sogar beschämen. Sie wollten nichts Schlechtes als sie mich aus der Erde holten, sie wollten nur, dass ich sie ein wenig glücklich mache. Das erkenne ich nun.

Auch wenn ich meinen Menschen nun nicht mehr zürne, ändert es nichts daran, dass mein Ende naht. Ich versuche die Zeit, die mir noch bleibt zu genießen, erfreue mich an ihrer Freude, doch je mehr Tage ins Land ziehen, um so mehr macht mir die Hitze in der Behausung der Menschen zu schaffen. Meine Nadeln beginnen abzufallen und meine Äste erscheinen so schwer als würden sie Tonnen wiegen. Die Menschen kommen und nehmen mir meinen Schmuck weg. Nun bin ich wieder eine normale Tanne. Die großen Menschen befreien meinen Stamm aus dem kleinen Behältnis, das mich die letzten Tage über mit Wasser versorgt hat und tragen mich fort. Die Welt verschwimmt. Das muss das Ende sein.

Kühle, feuchte Erde an meinen Wurzeln. Frische, kalte Luft um mich herum. Das Zwitschern von Vögeln. Wo bin ich? Ich schaue mich um und sehe ein kleines Vogelhäuschen nicht weit von mir. Zu meinen Füßen steht Lena und lächelt zu mir hinauf. „Papa“, ruft sie „ich glaube dem Baum geht es besser.“ Der Mann hängt ein Knäuel an einen Strauch, auf das sich sofort ein paar hungrige Spatzen stürzen und kommt zu uns herüber. Vorsichtig betastet er meine Nadeln. „Ich glaube Du hast Recht. Jetzt kann er ein langes Leben in unserem Garten führen.“ Ein langes Leben? Ich blicke mich um. Neben mir stehen noch andere grüne Schwestern und Brüder, direkt vor mir ist eine Wiese, viele Sträucher, ein kleiner Teich – ja hier lässt es sich aushalten, denke ich mir und recke meine Wurzeln noch etwas weiter in die Erde. „Tschüß Baum“, verabschiedet Lena sich von mir „ich muss jetzt rein gehen, aber ich werd Dich immer besuchen kommen. Danke, dass Du so ein schöner Weihnachtsbaum warst.“ Sie wirft mir eine Kusshand zu und verschwindet mit fliegenden Zöpfen in ihrer Behausung.

ENDE


_________________
Marion Cotillard



[Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Weihnachsstern   Do 09 Dez 2010, 09:07

Guten Tag,ich bin der Weihnachtsstern
und ich möchte Euch meine Geschichte erzählen.
Vor 2010 Jahren begann sie.Damals bekam ich den Auftrag über einen Stall in Betlehem zu strahlen."Ausgerechnet ich,der hellste Stern am Himmel,soll über einem Stall leuchten gemein"dachte ich so bei mir.
Na gut Auftrag ist Auftrag und so machte ich mich auf den Weg. Endlich angekommen wartete ich auf das was noch passieren sollte.
Um ca 23:00uhr sah ich 2 Wanderer die sehr müde waren. Sie hatten in der Stadt wohl keine Herberge gefunden.
Es waren 1 Mann und eine Frau ,sie war schwanger und saß auf einem Esel den der Mann führte und weil sie schon so müde waren machten sie es sich im Stall bequem.
Weil die beiden mir so leid taten strahlte ich noch ein wenig heller als sonst.

Um Mitternacht hörte ich plötzlich ein Baby weinen.Das Kind war geboren.
Aber was war das? Aufeinmal waren neben mir Engel und sie sangen:"Gottes Sohn ist heute geboren"Ich dachte:" das war also mein Auftrag " Aber das war er nicht.
Ich sollte mit meinem Licht den Menschen den Weg weisen zum Sohn Gottes der im Stall zu Betlehem geboren wurde.
Und noch heute strahle ich am Weihnachtsbaum um allen Menschen den Weg aus der
Dunkelheit des Lebens in das Licht und der Liebe Gottes zu weisen.

Nach oben Nach unten
 

Weihnachten, aus einer etwas anderen Sicht!

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Forenbefugnisse:Sie können in diesem Forum nicht antworten
Alles oder Nichts :: Eure kreative Schreibecke :: Eure Romane!-