Gemessen wurde in
inch (= ca 3 Kerstenkörner Ende and Ende anenander gelegt)
Fuß (= Länge eines männlichen Fußes)
Yard (= Entfernunf zw. der Nase und des Daumen des ausgestreckten Arm eines Mannes)
hier auch noch ein hilfreicher Link
http://www.der-verlorene-haufen.de/html_seiten/biblio_masse_gewichte.html
Entstehungsgeschichte der mittelalterlichen MärkteIm Frühmittelalter waren Geld und Edelmetalle selten, die Verkehrsmittel und die Erschließung des Landes durch Verkehrswege dürftig, so dass nennenswerter Handel nicht stattfand. Die Römerstädte waren größtenteils zerstört und geplündert worden und die alten Handelswege durch die Völkerwanderung unterbrochen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebte in kleinen und kleinsten Siedlungen auf dem Land. Die Städte waren seit der Spätantike zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken und hatten ihre Anziehungskraft auf Menschen ebenso verloren wie ihre Bedeutung als Orte gewerblicher Produktion und als Zentren des Handels. In der feudalistischen Gesellschaft stellte der Grundbesitz die einzige Form von Reichtum und die alleinige Erwerbsquelle dar. Als Hauptziel menschlichen Wirtschaftens galt die Deckung der eigenen Bedürfnisse. Diese Form der “Hauswirtschaft” kannte keinen Anreiz zur planmäßigen Überproduktion, da Abnehmer und Märkte fast gänzlich fehlten. Gewinnstreben und Spekulation als Motor wirtschaftlicher Tätigkeit waren jener Zeit ebenso fremd wie der Gedanke der Kalkulation oder Rentabilität. Eine Wende zeichnete sich seit dem 12. Jahrhundert ab, als sich der Handel wiederzubeleben begann. Die Bevölkerung wuchs und an Burgen und Handelsstraßen gründeten sich neue Städte. Durch Geschäfte mit den reichen Arabern , den Slawen im Osten und die Nachfrage nach Luxusgütern durch die Klöster und Landesherren wurde der Fernhandel wiederbelebt.
Vornehmlich im Küstenbereich, aber auch im Binnenland entwickelten sich Wiken (Schleswig, Heilwig). “Wik” bedeutete ursprünglich Dorf. Die frühmittelalterlichen Wiken waren in erster Linie Handelsplätze, die dem Fernhandel dienten und zu deren bestimmendem Merkmal der Hafen wurde. Sie waren aber nicht nur bloße Umschlagplätze, sondern bestanden auch aus festen Siedlungen mit einer seßhaften , nicht ausschließlich kaufmännischen Bevölkerung, die vom König geschützt und mit Privilegien ausgestattet wurden. In den Wiken hatten die umherziehenden Kaufleute ihre Wohnsitze. Fremde Kaufleute konnten sich verproviantieren. Im Westen hießen sie “portus” (Hafen) oder auch “Emporium” . Mit dem Aufstieg der Städte, im 9. und 10. Jahrhundert entstand eine neue Wirtschaftsform, es bildete sich die Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land heraus, die für die weitere Entwicklung der europäischen Stadtkultur von größter Bedeutung war. Durch diese Arbeitsteilung wurden die Städte wieder als Produktionsstätte interessant. Die Märkte wurden bald das pulsierende Herz einer Stadt und waren für den Reichtum, sowie die Entwicklung verantwortlich. Die Marktsiedlungen erhielten ein Marktrecht, Zollrechte und Münzstätte. Der König und die großen Grundherren, besonders die vom König dafür privilegierten Stifte und Klöster, richteten immer mehr Märkte ein, so dass das Netz der Marktorte ständig dichter wurde. Märkte waren also die Voraussetzung für eine Stadtgründung. Die Handelsplätze und Marktsiedlungen des frühen Mittelalters im ostfränkisch-deutschen Bereich fügten sich organisch in ihre Umgebung und in das damalige Handelsstraßennetz ein. Da der Zustand der Landwege damals sehr schlecht war, hatte die Schifffahrt für den Handel große Bedeutung. So ist es kein Zufall, dass im Frühmittelalter die großen Ströme, der Rhein, die Donau, die Elbe, die wichtigsten Handelsstraßen waren, und dass aus den Friesen, einem seefahrenden Stamm, auch Händler hervorgingen, die neben den Fernkaufleuten aus der Levante, Italien, Spanien zu den aktivsten Händlern jener Zeit gehörten. Aber nicht nur die großen Ströme, auch Flüsse wie Mosel, Neckar, Weser und Saale wurden als Schiffswege für Handelszwecke genutzt, und da für die Ost-West-Verbindung vom Rhein zur Elbe keine großen Wasserstraßen zur Verfügung standen, dienten auch der Main sowie die Ruhr, Diemel, Oker, und Aller der Schifffahrt. Für den Transport zu Lande standen nur die zu Zeiten Karl des Großen entstandenen Heerstraßen zur Verfügung, deren Zahl den Bedürfnissen des Handels keineswegs ausreichte. Am wichtigsten waren die Handelsstraßen von der alten Römerstadt Köln quer durch Westfalen zu dem Erzbischofssitz Bremen sowie zu dem Handelsplatz Bardowiek im unteren Elbgebiet, ferner von Köln nach Mainz, u.a. die Klöster Corvey und Gandersheim, bzw. Fulda berührend, nach dem Harzgebiet und den Umschlag- und Stapelplätzen für die Slawengebiete, vor allem Magdeburg und Erfurt. Die neuen Siedlungen oder Marktorte lagen in erster Linie an den Knotenpunkten von Handelsstraßen und an günstigen See- und Flußhäfen. Fast sämtliche Wiken und Emporien lehnten sich an befestigte Plätze, Burgen, Klöster und ehemaligen Römerstädte an. Der Grund hierfür war sicherlich auch das Schutzbedürfnis der Kaufmannssiedlungen, in erster Linie jedoch die Tatsache, dass viele Feudalsitze Sammelpunkt größerer Überschüsse und deshalb lohnender Anziehungspunkt für den Handel waren. Besondere Bedeutung kam den Sitzen geistlicher Feudalherren zu. Höhepunkte im Handelsverkehr waren die Jahrmärkte, die meist an allgemeinen (Ostern, Pfingsten) oder lokalen (St. Gallus, St. Michaelis, St. Hubertus, u.ä.) kirchlichen Feiertagen lagen und gewöhnlich mehrere Tage andauerten. Sie waren Hauptanziehungspunkte für Händler von nah und fern.
Als die Städte größer wurden, bauten die Ratsherren neben dem Hauptmarkt, Fachmärkte (Gänsemarkt (Geflügel), Pferdemarkt (Weidevieh) Hopfenmarkt, Großneumarkt, Zeughausmarkt, Alter Fischmarkt), an denen die Spezialitäten und der tägliche Bedarf der Region und des ansässigem Handwerks feilgeboten wurden, sowie die Rohprodukte (Hopfen für Hamburger Bier). An den Fachmärkten bauten die Gilden auch ihre Lager- und Kontorhäuser. Die Fachmärkte waren anders als der Hauptmarkt meistens täglich geöffnet, statt nur wöchentlich. Östlich der Elbe wurden die späten Stadtgründungen planmäßig vorangetrieben und die Märkte als “Stadtteilzentren” angelegt. Mit voranschreitendem Wachstum der Städte wurde auch die Arbeitsteilung immer stärker, so dass auch die Bedeutung der Märkte als kommunikatives Zentrum, aber auch um die täglich benötigten Lebensmittel zu besorgen, wuchs und lebensnotwendig wurde.
Die meisten Marktsiedlungen des frühen Mittelalters sind später Städte, im mittelalterlichen Sinn, geworden. Ausnahmen waren lediglich einige Küstenhandelsplätze, z.B. Dorestad (Westfriesland), das im 9. Jahrhundert sehr große Bedeutung besaß und sie später gänzlich verlor. Die Hauptursache hierfür liegt darin, dass bei diesen Küstenhandelsplätzen die arbeitsteilige Verbindung mit dem Hinterland fehlte. Durchgangshandel und Jahrmärkte allein genügten nicht, um die Existenz einer größeren Bevölkerung zu sichern und so beständige Ansiedlungen entstehen zu lassen. Entscheidend für die dauerhafte Bedeutung eines Ortes und seine Entwicklung zur Stadt waren ein tiefes Hinterland und ein entsprechender Nahmarktverkehr, also die gesellschaftliche Arbeitsteilung und der einfachen Warenproduktion.
(Quelle http://www.referate10.com/referate/Geschichte/6/Markte-im-Mittelalter-reon.php)Die MarktordnungIn jeder mittelalterlichen Stadt war das Zentrum der Markt. Ohne den Markt wären viele Städte nicht entstanden. Betrügerei, Wucher und andere Delikte wurden nach der Marktordnung hart bestraft. Der Rat der Stadt achtete darauf, dass der Handel ohne Zwischenfälle ablief (Sicherstellung des Marktfrieden). Beim Fischkauf war es verboten den Fisch zu berühren, tat man das doch und wurde dabei gesehen, drohte eine hohe Geldstrafe. Wenn ein Bäcker seine Brötchen zu klein backte, drohte ihm die Strafe von 5 Schilling. Für Betrug und Gaunerei gab die Höchststrafe, nämlich die Todesstrafe. Angezeigt von dem Fleischrat wurden Metzger die altes oder verfaultes Fleisch verkauften.
Die Marktregeln- des kuniges strazen suln sehzehen schouhe wit sin.
(Die Strassen des Königs sollen sechzehn Fuss breit (weit) sein.)
- swelh wagen dez ersten an die brugge kumet, der soll ouch des ersten uber varen.
(Welcher Wagen zuerst an die Brücke kommt, der soll auch zuerst darüber fahren.)
- der rat hat gesetzet an erber lüte, die daz brot, win und fleisch besehen.
(Der Rat hat ehrbare Leute eingesetzt, die das Brot, den Wein und das Fleisch kontrollieren.)
- swele kramer oder suter sin kram uf richte an dem vischmarkte, der git 3 sol.
(Der Krämer (Händler) oder Schuhmacher, welcher am Fischmarkt seinen Stand aufstellt, der bezahlt drei Münzen.)
- diu lant straze sol alse breit sin, daz ein wagen dem andern mag gerumen.
(Die Landstrasse soll so breit sein, dass ein Wagen dem anderen ausweichen kann.)
- der lere wagen sol rumen den geladen.
(Der lehre Wagen soll dem geladenen ausweichen.)
- und der ringer wagen sol ie dem sweren wichen.
(Und der leichtere Wagen soll dem schwereren ausweichen.)
- swelher baz entwichen mag, der sol ouch entwichen.
(Wer besser ausweichen kann, der soll auch ausweichen.)
- der ritende entwiche dem wagene.
(Der reitende weiche dem Wagen aus.)
- der gende entwiche dem ritenden.
(Der Gehende weiche dem Reitenden aus.)
(Quelle http://www.lehnswesen.de/page/html_handel.html#handel2)Und hier noch der Wiki-Link
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelaltermarkt