
Alan Bradley
Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet
Roman
Originaltitel: The Sweetness at the Bottom of the Pie
Originalverlag: Orion, London 2009
Aus dem Englischen von Gerald Jung, Katharina Orgaß
Deutsche Erstausgabe
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-3027-3
€ 19,95 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,50* (empf. VK-Preis)
Verlag: Penhaligon
Erscheinungstermin: 14. September 2009
Hier habt ihr die Möglichkeit, den ersten Roman der Reihe zu bestellen BuchinfoEine liebenswerte Giftmischerin
Der Debütroman von Alan Bradley sorgte bereits vor Erscheinen für eine beispiellose Sensation: Er wurde mit dem renommiertesten Krimipreis der Welt ausgezeichnet, dem „Dagger Award“ – auf der Basis eines einzigen Kapitels!
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt – ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt felsenfest an die Unschuld des Colonels – seine neunmalkluge Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und – ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist – ihr Vater hat nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …
Gewitzt, ironisch und unwiderstehlich liebenswert – Flavia de Luce ist eine Ermittlerin, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat!
Meine MeinungOberfrech und Neunmalklug
Genau das beschreibt das 11jährige Mädchen nicht besser.
Alles beginnt mit einer toten Schnepfe auf der Türschwelle. Flavia selbst erkennt ihren Vater nur schwer, da dieser bei diesem Fund völlig aus der Ruhe kommt. Der tote Vogel hat auf seinen Schnabel eine Briefmarke gespickt, die eine ganze Reihe von Ereignissen mit sich bringt.
Flavia ist eine Giftmischerin aus Leidenschaft. In ihren eigenen Labor hat sie sich die Lehre der Chemie selbst beigebracht. Durch diese Schnepfe und den darauf folgenden Toten im Gurkenbeet wird sie in ihrer Leidenschaft unterbrochen und wird zu einer begnadeten Dedektivin.
Den Job macht sie gut. Mit ihrem Fahrrad und ihren gezielten Fragen, die einer Elfjährigen alle Ehre machen, versucht sie die Unschuld ihres Vaters zu beweisen und deckt eine wirklich atemberaubende Geschichte auf.
Ich wusste nicht, das Briefmarken sammeln so spannend beschrieben werden kann. Der Autor schafft hier eine wirklich grandiöse Figur, die in den 50zigern Jahren lebt. Mit ihren eigenen Charme und Witz hat sie mich überzeugt.
Ein wenig schade empfinde ich, das andere ebenso starke Charaktere ein wenig hinter Flavia verschwinden. Der Inspektor, der Humor und Leidenschaft besitzt, aber immer lebensnah bleibt. Auch die Schwestern, die gar nicht so dumm sind, geschweige denn gemein, hätten ein wenig mehr Zeit haben dürfen. Dogger, ein Mann für alles im Haus de Luce, wäre sicher auch gern wichtiger gewesen ;-)
Dennoch bleibt das Buch ein ausgesprochen gelungenes Werk. Gerade weil das eben genannte, die einzige Kritik meinerseits beinhaltet.
Ein Spannungsbogen, der immer stärker wird, wenn die nächste Seite umgeschlagen wird, gehört zu meinen Highlights in diesem 384 Seiten "kleinen" Werk. Er steigt ständig an, weil ein Geheimnis nach dem anderen aufgedeckt wird. Flavia steuert selbstbewusst dem Lösen des Rätsels entgegen.
"Mord im Gurkenbeet" ist keine gewöhnliche Crimestory. Die Geschichte sprüht geradezu vor Charme und reißt dich mit in eine Zeit, wo naseweise 11jährige Mädchen Fragen stellen, die über reine Neugierde hinausgehen.
Ein wirkliches Lesevergnügen von einem Autor, der den Daggerpreis zurecht gewonnen hat.